Der Alltag schlägt zurück

Was gibt es heute schon zu schreiben? Ab jetzt sind ohnehin alle damit beschäftigt sich einen Katarrh anzupicheln, beziehungsweise eben diesen stöhnend auszukurieren. Über das große Spiel bräuchte eigentlich niemand etwas schreiben: Mutmaßlich hat es so ziemlich jeder Knilch gesehen, aber selbstverständlich wird morgen jede noch so kleine Hinterwaldzeitung umfangreich darüber berichten müssen. Dieser Spaß funktioniert sicher noch ein weiteres Mal. Doch was ist jetzt zu tun, nachdem all der Trubel vorbei ist? Eine nüchterne Leere bahnt sich ihren Weg.

tippkick
Photo John Cooper (cc-by-nc-nd)

Die Bundesliga hat unglücklicherweise noch nicht wieder angefangen; der Bundestag macht Sommerpause. Wenn Gaza nicht wäre, ich müsste ernsthaft Angst vor einem Sommerloch bekommen. Aber wovor muss man sich wirklich fürchten? Dass all die feinen Talkrunden mit den Profis aus Politik und Unterhaltung wegfallen? Na, sollen sie sich doch in irgendwelchen Lagunen aalen. Jetzt wäre endlich einmal Platz für Geschichten, die in der Endlosschlaufe aus politischem Kleinklein sonst kein Licht sehen.

In diesem Blog und vor allem heute werden die allerdings nicht geschrieben. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die im schwarz-rot-güldenen Taumel die Overtüre zum nächsten Weltkrieg sehen; ich habe mich gefreut, kann jetzt aber auch ins Bett gehen, ohne dass mein Herz in seltsam höherer Frequenz pocht. Für die guten Geschichten müssen heute trotzdem andere sorgen.

Juliane Pepitone zum Beispiel: Sie gibt eine wunderbare Einführung ins Biohacking und stellt Menschen vor, die ernsthaft daran arbeiten Cyborgs zu werden. Einen ähnlichen Weg möchte der Tiefseebiologe Chuck Fisher gehen. Er plant “Menschen einzellige, photosynthetische Algen unter die Haut zu setzen.” Wer die Flora und Fauna lieber verspeist, als sie sich ins Fleisch operieren zu lassen, wird bei der Zeit fündig. Dort haben sie jüngst diesen großartigen Kochblog vorgestellt: Food-Porn vom Feinsten.

Etwas aggressiver geht es indessen bei Andrea Diener zu. Die arme Frau muss für die FAZ Kommentare der Leser moderieren und geht daran ein. In diesem Blog habe ich glücklicherweise noch keine Probleme mit Kommentaren; ich schreibe ja auch kaum etwas kontroverses. Allerdings mache ich hin und wieder den Fehler woanders in Kommentarspalten zu schauen: Von Bild bis TAZ die ewig gleiche Melange aus Idiotie und Mitteilungsbedürfnis. Mein Mitgefühl ist ganz bei Frau Diener.

Weiter empfehle ich diese sowie diese Seite und verspreche mich in ein paar Tagen mit einem runderen, besseren Text zurückzumelden. Ich bitte heute um mildernde Umstände. Ihr wisst schon: Alles wegen Mario.

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This entry was published on 13/07/2014 at 23:56. It’s filed under Sonstiges and tagged , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

2 thoughts on “Der Alltag schlägt zurück

  1. Diesen Kommentar musst du hoffentlich nicht wegmoderieren: Ich liebe deine Texte und deine Art zu schreiben. Da geht mein Herzchen auf (was es bei den meisten Blogs nicht tut).

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