Angeberei mit Freddy

fredddy

Einige von euch werden es bereits wissen: Ich sammle Schallplatten. Nun ist es so, dass zwischen einem Hobby und einer Geisteskrankheit manchmal kein großer Unterschied besteht und das Eine schnell in das Andere übergehen kann. Frei nach diesem Kerl aus Ghost World: I only buy mint records – wahlweise austauschbar mit Ich sammle nur indonesischen Free Jazz von 1973 bis August 75 oder vergleichbarem Mumpitz.

Bei mir ist es wahrscheinlich noch nicht ganz so schlimm. Allerdings habe ich eine Liste von besonderen Platten, nach denen ich Ausschau halte und die ich zu einem guten Preis zu erwerben versuche. Neulich ist mir das bei der obigen Single von Freddy Quinn gelungen und ich habe mich sehr über diesen Fang gefreut. Die A-Seite Eine Handvoll Reis kennt heute kein Schwanz mehr. Es ist eine schmierige, unbedeutende Kriegsschnulze. Das reichte 1966 immerhin für Platz sechs in den deutschen Singlecharts. Entgegen der populären Wahrnehmung liefen in den späteren 60ern nämlich nicht ausschließlich langhaarige Stoner durch die Gegend. Schlager verkauften sich besser als geschnitten Brot.

Das wirklich Besondere an dieser Single ist aber gar nicht die A-Seite. Es ist – Überraschung – die B-Seite, die mich so begeistert. Mit dem Anti-68er-Smashhit Wir sang Freddy einen Titel, der die Spaltung der Bevölkerung sehr schön illustrierte. Natürlich sind mit Wir die letzten Anständigen gemeint, die noch “denen, die uns geboren” danken. Der Song dürfte inzwischen die Runde gemacht haben. Selbst die Nervensäge Campino hat ihn vor Jahren in den Mund genommen. Die Geschichte des Stücks wird in diesem Blogpost wunderbar aufgearbeitet. Daher will ich an dieser Stelle gar nicht weiter darauf eingehen. Ich schließe mit der Musik zum Text.

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This entry was published on 29/12/2013 at 23:59. It’s filed under Töne and tagged , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

2 thoughts on “Angeberei mit Freddy

  1. Klassiker. „Wir” ist auch Titelmusik in Peter Zadeks 69er Erstlingswerk „Ich bin ein Elefant Madame”.

    • Henning on said:

      Mit Zadek habe ich mich bisher noch nicht wirklich auseinandergesetzt und nehme mir für die nächsten Wochen vor, den genannten Film aufzutreiben und anzusehen. Der Trailer wirkte jedenfalls vielversprechend. Vielen Dank für den Hinweis.

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